Zwei deutsche Meistertitel 2026 im Vierer ohne und im Zweier ohne blieben beim deutschen Ruderverband (DRV) nicht unbemerkt: Hannah Mack und Clara Voget hatten bei den deutschen Meisterschaften der B-Juniorinnen kräftig abgeräumt. Und so gab es seitens des DRV die Einladung die deutschen Farben am 26. und 27. September beim diesjährigen Baltic Cup der U 18-Ruderinnen und Ruderer zu vertreten.
Zusammen mit ihrem Trainer René Modrak reisten sie am 23.9.2026 nach Berlin-Grünau. Dort traf man sich zu einem Mannschaftsessen, gefolgt von der Einkleidung unserer Nationalmannschaft. Am Donnerstag ging es dann mit dem ganzen Nationalteam per Flieger nach Tallinn (Estland) weiter und dann zum Aidu Rowing Course, ca. 150 Kilometer von der estnischen Hauptstadt entfernt.
Zum ersten Mal im Deutschland-Dress, zum ersten Mal mit Deutschlandplätten mussten Hannah und Clara am Samstag über 2000 Meter, am Sonntag über 500 Meter – jeweils mit Vorentscheiden – gegen internationale Konkurrenz starten. Und die war stark. Das erste litauische Boot war WM-Sechster bei den A-Juniorinnen, die Polinnen WM-Zweiter im Doppelzweier und WM-Sechster im Vierer ohne. Die Vorstart-Nervosität war schon etwas größer als bei nationalen Rennen, aber diese wurde von beiden sehr gut gemeistert und in den Rennen in entsprechende Energie umgewandelt. Jeweils vierte Plätze sprangen an beiden Finaltagen für die jungen Heidelbergerinnen heraus, immer knapp hinter dem Bronzemedaillenplatz. Aber zusammen mit ihrem Trainer René Modrak waren sie mit ihren Leistungen sehr zufrieden. In der nächsten Saison kann Hannah Mack noch einmal bei den B-Juniorinnen starten, für Clara Voget stehen dann Starts bei den A-Juniorinnen an.
Die Rückreise am letzten Wettkampftag war dann erwartungsgemäß lang. Nach zwei harten Rennen, Booten verladen und Abschlusszeremonie ging es über Tallinn per Flugzeug nach Berlin. Von dort fuhr René die Ruderinnen dann nach Heidelberg zurück, wo man glücklich, aber kaputt morgens um 4h00 eintraf … um wenige Stunden später wieder zur Schule zu gehen.
Wichtige Erkenntnisse für die weitere Arbeit
Neben den Platzierungen stand für die sportliche Leitung des DRV insbesondere die internationale Standortbestimmung der jungen Mannschaft im Mittelpunkt. „Wir sind mit einer sehr jungen Mannschaft zum Baltic Cup gefahren, hauptsächlich mit unseren U17-Siegerinnen und -Siegern. Das macht sich auch in den Ergebnissen bemerkbar. Fast 30 Sportlerinnen und Sportler aus den anderen Nationen sind bereits bei Junioren-Europa- oder Junioren-Weltmeisterschaften gestartet. Für uns war es wichtig, die anstehenden Herausforderungen zu identifizieren. Daran werden wir nun weiterarbeiten. Wir bedanken uns beim Gastgeber, der den Mannschaften sehr gute Rahmenbedingungen geboten und eine gelungene Veranstaltung ermöglicht hat“, sagte Johannes Karg aus der Sportlichen Leitung des DRV.
Für die jungen deutschen Athletinnen und Athleten bot die Regatta damit nicht nur wertvolle internationale Rennerfahrung, sondern auch wichtige Hinweise für die kommenden Trainings- und Entwicklungsaufgaben.
Text: Thomas Palm
Fotos: Jan Erik Korgitzsch (Mannheimer RC 1875 e.V.)