Die deutsche Nationalmannschaft hat bei den erstmals ausgetragenen World Rowing Shanghai Sprints einen erfolgreichen Auftritt hingelegt. Auf dem Suzhou Creek im Herzen der chinesischen Metropole gewann der deutsche Mixed-Achter mit Lisa Gutfleisch vom Heidelberger Ruderklub an Bord auch das Finale und sicherte sich den Titel.
Das neue Wettkampfformat stellte die Athletinnen und Athleten vor besondere Herausforderungen. Statt der klassischen 2.000 Meter wurden die Rennen über lediglich 500 Meter und im direkten Duell ausgetragen. Neben Explosivität und hoher Endgeschwindigkeit waren auf der lang gezogenen Kurve des Suzhou Creek auch präzises Steuern, taktisches Geschick und die unmittelbare Reaktion auf den jeweiligen Gegner gefragt.
Am ersten Wettkampftag forderten Sarah Wibberenz und Lisa Gutfleisch die irischen Weltmeisterinnen im Viertelfinale des Frauen-Doppelzweiers heraus. Das deutsche Duo lieferte den favorisierten Gegnerinnen zunächst ein enges Rennen. Die auf der Innenbahn gestarteten Irinnen übernahmen erst ungefähr bei der Streckenhälfte die Führung. Anschließend vergrößerten sie ihren Vorsprung bis ins Ziel und entschieden das Duell in 1:41,43 Minuten für sich.
Am zweiten Wettkampftag sorgte der deutsche Mixed-Achter für einen Höhepunkt. Das Team zeigte bereits in den ersten Runden starke Leistungen und behauptete sich auf der anspruchsvollen Strecke. Besonders dramatisch verlief das Halbfinale gegen die Niederlande. Beide Boote lieferten sich bis zur Ziellinie ein Duell auf Augenhöhe, das Deutschland mit einem Vorsprung von lediglich 0,04 Sekunden für sich entschied. Im Finale bestätigte die Mannschaft ihre Leistung und gewann die zweite deutsche Goldmedaille des Wochenendes. Im erfolgreichen Boot saßen Sarah Wibberenz, Lisa Gutfleisch (Heidelberger Ruderklub), Luise Bachmann, Tabea Schendekehl, Tom Gränitz, Felix Heinrich, Olaf Roggensack und Theis Hagemeister. Gesteuert wurde der Achter von Florian Koch.
Nach dem Finale der Ruderbundesliga in Heidelberg zeigte die internationale Veranstaltung in Shanghai, welches Potenzial kurze Rennen, direkte Duelle und eine urbane Kulisse für die Präsentation des Rudersports besitzen. Die 500-Meter-Distanz und die ungewöhnliche Streckenführung sorgten für spannende Entscheidungen und verlangten den Teilnehmenden sportlich wie taktisch alles ab.
Nach einer langen und kraftraubenden Saison war dieser Sieg nun auch für Lisa Gutfleisch der Startschuss für den wohlverdienten Urlaub, den sie gerade in Japan verbringt.
Text: Thomas Palm
Fotos: rudern.de + worldrowing.com