Zwei Doppelsiegerinnen, zwei Doppel- Vizemeisterschaften und eine ersteuerte Bronzemedaille sind das phantastische Ergebnis bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Krefeld

Nach der kurzfristigen Verlegung von Essen auf den Elfrather See hatte das Meisterschaftswochenende viele weitere Herausforderungen zu bieten. Klar war- es wird heiß! Die Temperaturen bis 41Grad im Schatten führten nach und nach zu weiteren Änderungen im Wettkampfmodus. Zunächst wurden die Hoffnungsläufe gestrichen – danach hat man die Halbfinals abgesagt und nur noch die 6 schnellsten Boote aus Vorläufen oder den Halbfinals am Samstag und Sonntag antreten lassen. In recht knackigen Blocks wurde alle 4 min gestartet, die Siegerehrungen fanden danach en bloc statt. Im Hinblick auf die Gesundheit der Aktiven, aber auch der Starthelfer, Starter, Schiedsrichter und aller anderen Beteiligten sicher die richtige Entscheidung. Dafür entfiel für die Gewinner*innen das Anlegen am Siegersteg und das stilvolle Ambiente einer echten Siegerehrung. Für die Aktiven, die nicht das große Finale erreichten, entfiel der gesamte Renntag am Sonntag, bei dem man sich im kleinen Finale nochmal von der besten Seite hätte zeigen können.

Was keiner auf dem Schirm hatte – in der Nacht zum Sonntag fegte eine kurze Sturmfront durch die Region und hinterließ auf dem Regattaplatz eine Schneise der Verwüstung. Mehrere – auch sehr stabile Pavillons, hingen morgens meterhoch in den Büschen, einige Boote stürzten von den Böcken und wurden schwer beschädigt. Hier konnte unser Renko viel Gutes tun – mit dem Empacher Regatta-Service war er sonntags ab 5h früh mit Reparaturen beschäftigt und konnte alle Schiffe an den Start bringen. Unsere Boote waren allerdings vorausschauend fest auf dem Hänger vertäut, der Pavillon wurde murrend abgebaut und sicher verstaut, und – Glück dem Tüchtigen – die umstehenden Bäume blieben alle stehen.

So konnte der Renntag für die HRK-Aktiven stressfrei mit dem 4- der Juniorinnen B beginnen. Hannah Mack und Clara Voget zusammen mit Phyllis Kassai und Ella Mahr (Stuttgarter RG) legten wie schon in Hamburg einen Blitzstart hin und konnten sich sofort in Führung bringen. Zwischenzeitlich lagen sie 5 Sec. vor dem 2. Boot, damit wurde der erwartet starke Endspurt der Gegnerinnen vom Landesverband Mecklenburg-Vorpommern abgewehrt. Im Ziel 1,5 sec vorne, ein nie gefährdeter Sieg!

Zwei Rennen später war Start für unsere beiden Booten im leichten 2x. Der Finaleinzug von Pascal Hamann Velasco und Tobia Lovera war fest eingeplant, dass auch die Renngemeinschaft mit Carlo Johnsson und Jonathan Karl Müller (RG Eberbach) das große Finale erreichte, wurde bereits als großer Erfolg gesehen. Hier entwickelte sich ein packendes Bord an Bord-Rennen, das am Ende sehr knapp von den Mainzer Ruderern gewonnen wurde. Unser Team Pascal und Tobia wurden nach großem Kampf knapp dahinter 2. und damit Vizemeister der B-Junioren. Carlo und Jonathan wurden in diesem Rennen 6.

Nach der Siegerehrung blieb Hannah und Clara nur eine knappe Stunde, bevor das Finale im 2- anstand. Nach Vorlauf und Halbfinale und dem gesamten Saisonverlauf gingen sie als die Top-Favoritinnen an den Start und wurden dieser Rolle voll umfänglich gerecht. Das Rennen verlief nicht ganz so spannend wie bei den Jungs – Hannah und Clara fuhren einfach die gesamte Strecke vorneweg und gewannen am Ende mit deutlichem Vorsprung. Da blieb sogar Zeit, den harten Kampf der nachfolgenden Boote um die Medaillen zu betrachten. Schön zu sehen war, wie herzlich die Gegnerinnen bei der Siegerehrung unserem Team gratulierten und weiter viel Glück wünschten. Allen war klar – hier haben die Richtigen sehr verdient gewonnen!  Mit dieser souveränen Vorstellung haben sich Hannah und Clara für den Baltic Cup qualifiziert – dort treffen im September die B-Junioren der Ostsee-Anrainer aufeinander und sammeln erste internationale Erfahrungen! Großartig!!

Nun war Zeit für ein wenig Durchatmen – nach dem harten Rennen im 2x saßen Pascal und Tobia im gekühlten Bus und sammelten neue Kräfte. Das Rennen im leichten 4x+ würde ebenfalls hart werden.
Zusammen mit Paul Rober und Konstantin Köster (Mannheimer Regattaverband) und Stm. Carlo Johnsson ging es um 13.35h an den Start. Die Mannschaft lieferte sich erneut einen harten Kampf um jeden Bugball- Carlo gab alles, um die Jungs zum Sieg zu brüllen. Am Ende gewann das starke Boot aus NRW- innerhalb von 1,5 sec kamen 3 Boote (halber Bugkasten) ins Ziel – mit unserem Team als glücklichem Vizemeister, 0,8sec vor den Dritten. Sie sind das beste Rennen der Saison gefahren und hatten alles gegeben – Schlagmann Tobia brauchte einige Zeit, bis er wieder selbständig und sicher gehen konnte. Bis zur Siegerehrung waren aber alle wieder wohlauf und bester Stimmung.

Im Rennen vorher hatte Felicia Marty den schwäbischen 4x+ der leichten Juniorinnen B auf Bronze gesteuert – also wieder 2x HRK auf dem Siegersteg in sehr kurzen Abständen.

Was bleibt als Fazit?

Der HRK war noch nie so erfolgreich bei einer Deutschen Jugendmeisterschaft! Glückwunsch an das gesamte Team und den umsichtigen Trainer René, der seine Leute sehr gut vorbereitet hat und an den Renntagen die richtigen Worte fand, um seine Aktiven so richtig schnell zu machen. Die Grundlagen für solche Erfolge werden ab Herbst im Vorjahr gelegt – umso schöner ist es, dass jetzt auch die verdienten und hart erarbeiteten Erfolge eingetreten sind!

Was den Berichterstattern aber besonders aufgefallen ist – der unterstützende und wunderbare Umgang unserer Jugend untereinander. Es gab ja auch ein paar Enttäuschungen nach den Vorrennen, und wer sich nicht für das A-Finale qualifizieren konnte, hatte am Sonntag frei.

Gero hat u.a. 3h lang Wraps für alle produziert – dabei sind 4 kg Möhren und sehr viel Frischkäse drauf gegangen. Leo ist nach seinem Armbruch am Samstagmorgen aus Dossenheim mit dem ÖPNV, der deutschen Bahn und am Ende 30min zu Fuß an die Regattastrecke gereist, um seine Leute zu unterstützen! Amanda, Luna und Felicia standen immer bereit, die Wettkämpfer*innen zu supporten, sich um Skulls/Riemen zu kümmern und vor allem viel anzufeuern.  Und um sich hinterher gemeinsam zu freuen!

Ein Vorteil hat der gestraffte Regatta- Ablauf: unsere Crew war schon um kurz nach 19h wieder zurück in HD und wurde von einem großen Empfangskomitee erwartet und gefeiert.

Jetzt gilt es zu regenerieren und erstmal stolz und glücklich sein. Dann steht Ende Juli die Landesmeisterschaft in Breisach an. Wir freuen uns schon sehr darauf und hoffen, dem Ziel unseres Sportkonzeptes (erfolgreichster Verein in Baden-Württemberg) wieder ein Stückchen näher zu kommen.

Text:                    Kristiane Palm

Fotos:                 Thomas Palm