Doppelzweier-Sieg im B-Finale in Sevilla
Mit vier Goldmedaillen, mehreren Finalplatzierungen und guten Leistungen in den B-Finals verlässt die deutsche Mannschaft Sevilla als eine der erfolgreichsten Nationen des Weltcups. Hier war fast die gesamte Weltspitze am Start. Besonders die Leistungen der Skullboote machen Hoffnung auf die weiteren Weltcup-Stationen und die Weltmeisterschaften im weiteren Saisonverlauf.
Der deutsche Ruderverband (DRV) hat besonders im Skullbereich viele Top-Athleten und will in diesem Jahr beim Medaillenspiegel näher ran an die führenden Rudernationen. Auch ein deutscher Frauen-Doppelzweier soll bei der diesjährigen Ruder WM in Amsterdam starten. Was tun? Die Henley-Siegerinnen 2024, Lisa Gutfleisch (Heidelberger Ruderklub) und Sarah Wibberenz (Ruder-Club-Havel Brandenburg) – beide im letzten Jahr mit WM-Bronze im Doppelvierer gekrönt – wurden zum DRV-Referenzboot ernannt. In mehreren internen Rennen traten sie gegen die Konkurrentinnen, die sich ebenfalls für den Doppelvierer bewerben, an. Sie waren allerdings nicht zu schlagen und wurden vom DRV für den ersten WC in Sevilla nominiert.
Mit einer guten Vorlaufzeit qualifizierten sich für das Halbfinale. Hier hätten sie es fast ins A-Finale geschafft, sie ruderten ein starkes Rennen. Mit einem äußerst beherzten Endspurt hätten sie auf den letzten Metern fast noch die Polinnen vom Platz drei verdrängt.
Im B-Finale zeigten sie erneut eine starke Leistung: nachdem das Duo im Halbfinale den Einzug ins A-Finale nur hauchdünn verpasst hatte, reagierte die Mannschaft eindrucksvoll und gewann das B-Finale souverän. „Wir sind mit einer Mischung aus Selbstvertrauen und Neugier in die Regatta gegangen. Wir wollten sehen, wo wir international stehen. Im Vorlauf haben wir gemerkt, dass wir durchaus mithalten können. Im Halbfinale hat dann ganz wenig gefehlt, obwohl wir auf einer Außenbahn unterwegs waren. Das war natürlich enttäuschend, weil wir von den Zeiten her gezeigt haben, dass wir ins A-Finale gehören können“, sagte Lisa Gutfleisch.
Dennoch überwog am Ende die Zuversicht. „Wir haben über die gesamte Regatta einen klaren Entwicklungsschritt gemacht. Das B-Finale zu gewinnen, hat gutgetan. Mit noch etwas mehr gemeinsamer Trainingszeit werden wir beim nächsten Mal sicherlich noch näher an die Spitze heranrücken.“
Und wie das Leben manchmal so spielt: der Frauen Doppelvierer konnte sein Rennen gewinnen: Maren Völz, Juliane Faralisch, Johanna Debus und Frauke Hundeling verwiesen in einem hochklassigen Rennen Großbritannien und Rumänien auf die Plätze und bestätigten ihre starken Leistungen aus dem Vorlauf.
Und so sieht es aus, dass Lisa Gutfleisch und Sarah Wibberenz beim nächsten Ruder-WC vom 12. – 14. Juni im bulgarischen Plovdiv dem Doppelzweier noch einmal eine Chance geben werden.
Text: Thomas Palm
Fotos: rudern.de