Viele kennen sie aus ihrem Fitnessstudio, Ruderergometer, mit denen man die Ruderbewegung an Land simulieren kann. Für Ruderer sind sie ein wichtiges Trainingsmittel im Winter und ein gutes Gerät zur Überprüfung des aktuellen Leistungsstandes. Deshalb gibt es im Winter deutschlandweit verschiedene Ergometerwettkämpfe der Ruderer, mit dem Höhepunkt einer Deutschen Meisterschaft. Diese wurde in diesem Jahr vom Mannheimer-Regattaverein am 31.1.2026 in Ilvesheim ausgerichtet, womit eine Teilnahme für Vereine der Rhein-Neckar Region fast schon verpflichtend war. Neben fast allen Vereinen aus dem Süden, haben sich auch Vereine aus ganz Deutschland wie zum Beispiel aus Neuss, Stralsund oder aus Kiel auf den Weg gemacht, um in Ilvesheim um die Medaillen zu kämpfen.
Auch der Heidelberger Ruderklub 1872 e.V. hatte dabei bei den Junioren einige heiße Eisen im Feuer. Bei den U17 Junioren sind 1500 Meter und bei den U19 Junioren 2000 Meter Streckenlänge zu bewältigen. Direkt die erste Starterin Clara Voget konnte bei den U17 Juniorinnen, mit persönlicher Bestzeit von 5:49,7 Minuten, die Silbermedaille im Leichtgewicht gewinnen. Bei den Junioren in der gleichen Klasse konnte Pascal Hamann Velasco da nicht ganz mithalten. Der Mainzer Olaf Lutz konnte sich im Endspurt noch vorbeischieben und war am Ende 0,3 Sekunden schneller als Pascal, der mit seiner Zeit von 5:12,8 Minuten und einer Bronzemedaille aber trotzdem absolut zufrieden war. Auch der vierte Platz ging in Person von Paul Roder an den HRK. Auch wenn er eine Medaille knapp verpasste, war er mit einer persönlichen Bestzeit von 5:16,1 Minuten und dem vierten Platz sehr zufrieden. Für die größte Überraschung sorgte Amanda Arnold bei den leichten U19 Juniorinnen. Mit einer guten Renneinteilung konnte sie sich auf der zweiten Streckenhälfte immer weiter nach vorne durch das Feld schieben und übernahm 100 Meter vor dem Ziel den dritten Platz, den sie dann auch bis zur Ziellinie halten konnte. Mit insgesamt drei Medaillen war es ein sehr erfolgreicher Vormittag für die Junioren des Heidelberger Ruderklubs. Cheftrainer René Modrak sprach anschließend sehr positiv über die Entwicklung der Jugendarbeit im HRK: “Dieses Ergebnis bestätigt die gute Trainingsarbeit, die die Jugendlichen tagtäglich zeigen und das sich die Gruppe nicht nur von der Größe, sondern auch von den Leistungen kontinuierlich weiterentwickelt. Wenn sie ihr Training so in den nächsten fünf Monaten auf dem Wasser fortführen, dann werden wir Ende Juni in Essen auch einige Medaillenkandidaten bei den Jugendmeisterschaften haben“.
Nach einigen Rennen des Rhein-Neckar Ergo-Cups, bei denen Kinder und Erwachsene in den verschiedensten Rennen und auch in Staffeln um den Sieg kämpften und es einige weitere Erfolge für den HRK gab, folgte am Nachmittag noch einmal ein Block an Meisterschaftsrennen über 1000 Meter für Männer und Frauen aller Altersklassen. Die ältesten Starter kämpften hier in der Klasse der über 80-Jährigen um den Titel. Für den HRK konnte Christian Schyr in der Altersklasse der Männer über 60 Jahre den deutschen Meistertitel gewinnen und sorgte damit für einen gelungenen Abschluss.
Für die Jugend gibt es jetzt eine längere Vorbereitungsphase mit zwei Trainingslagern in den Fastnachts- und Osterferien, bevor mit der Regatta in Mannheim im April wieder um Medaillen auf dem Wasser gekämpft wird. Ein harter Schlag für die gute Jugendarbeit im HRK sind natürlich die Kürzungen bei der Sportförderung, die die Stadt Heidelberg aufgrund ihrer finanziellen Lage durchführen musste. „Vor allem bei der Beschaffung von dringend benötigten Booten trifft uns diese Kürzung hart. Selbst ein Einer kostet teilweise so viel wie ein Kleinwagen, da sind jetzt 30% Mehrkosten schon ein erheblicher Faktor für uns“ konstatiert René Modrak. Wer die aufstrebende Jugendgruppe im HRK als Spender oder Sponsor unterstützen möchte, kann sich unter trainer@hrk1872.de melden.
Autor: Renè Modrak
Foto´s: Christian Schyr, René Modrak, rudern.de (die drei vom HRK: Amanda Arnold, Pascal Hamann Velasco, Clara Voget v.l.n.r.)