Kein “Heidelberger Herbst”, kein Frühschoppen und keine Konzerte: Normalerweise findet das Stadtachterrennen parallel zum größten Volksfest der Region statt, zum Heidelberger Herbst. Aber in diesem Jahr konzentrierte sich am Sonntag visuell und auditiv (fast) alles auf den Neckar zwischen Stadthalle und Neuenheimer Rudersteg, wo Schlag auf Schlag das Wasser klatschte, spritzte und die Ruderboote vorantrieb.

Der Frauenachter. Foto: Uli Hillenbrand

Das Stadtachterrennen zwischen dem HRK und der RGH wurde auch in diesem Jahr wieder vom Heidelberger Regattaverband ausgetragen – bei blauem Himmel und Sonnenschein. An Land feuerten etliche Vereinsmitglieder ihre Mannschaften immer wieder mit “RGH” oder “Kluuuuub” an, Touristen sicherten sich den besten “Guck-Spot” auf der Theodor-Heuss-Brücke. Zur Ziellinie blicken musste man nämlich ganz genau, um festzustellen, welche Mannschaft denn nun tatsächlich vorne liegt. Schließlich beherrschten HRK und RGH das Kopf-an-Kopf-Rennen gleichermaßen, was sie gleich in allen drei Wettkämpfen – Frauenachter, gemischter Breitensport-Achter sowie Männerachter – vor dem mitfieberndem Publikum am Steg des HRK demonstrierten.

Ein Ausschnitt: Kevin, Philipp und Paul beim Riemen. Foto: Uli Hillenbrand

Doch unstrittige Sieger gab es zum Glück trotzdem: Die HRK-Frauen (Charlotte Münch, Ines Palm, Rosa Müller, Fiona Hoffmann, Barbara Eger, Lea Stocker, Norma Diel , Lisa Gutfleisch und Selma Michael (Steuerfrau)) mussten die Führung der  RGHlerinnen zunächst ansehen, aber nicht hinnehmen. Und so kämpften sie bis zum Schluss – mit Erfolg. Sie zogen gegen Ende nochmal kräftig durch und die RGH damit ab. Ein wohl verdienter Sieg für unsere Leistungssportfrauen!

Ebenso nervenaufreibend – und noch knapper als das Rennen zuvor war der Breitensportachter. Da lieferten sich Irina Nake, Wiebke Hessen, Stefan Flörchinger, Jan Kubasta, Frank Winkler, Martin felgen, Uschi Krauß und Jutta Skubatz ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der RGH. Trainiert, angefeuert und auf dem Steuersitz ins Ziel “manövriert” hat die freudige Truppe dabei Volker Hinz.

Nach dem Stadtachterrennen: Edda Schmid, die den größten Spendenbetrag für den neuen HRK-Katamaran bereitstellte, taufte das Wasserfahrzeug auf den Namen “Libelle”. Foto: Uli Hillenbrand

Gas geben konnten im Männerachter LS auch Berkay Günes, Marc Röhner, David de la Munoza Lauber, Kevin Bähr, Philipp Wessels, Paul Costea, Alexander Archner und Christopher Herpel. Doch die RGH (Jonas Gehrig Elia Nassar, Felix Epp, Jakob Wild, Dennis Großkopf, Kai Hagenbucher und Falk Hössler) stand so unter Dampf, dass es zum Schluss nicht mehr reichte – wenn auch nur ganz knapp.

Fazit: Die Frauen sowie Breitensportler holten zwei Trophäen für den HRK, die Männer der RGH konnten das letzte der drei Rennen für sich entscheiden; macht nach Adam Riese ein 2:1 für den HRK. Zumindest für dieses Jahr. Schließlich ist der “Heidelberger Stadt-Achter” ein Traditionsrennen, das es schon seit nunmehr 53 Jahren – mit Unterbrechungen – gibt, wie Holger Xandry (Abteilungsleiter Rugby) betont: “Damals durfte der Sieger sogar nach Cambridge fahren, um dort an Wettkämpfen teilzunehmen”, ergänzt er. Heute ist es indessen eher ein Kräfte- und Technikmessen der beiden Heidelberger Vereine – mit der nötigen Portion Spaß.

Übrigens: Für Berkay Günes und Lisa Gutfleisch war es das erste Stadtachterrenen (!), bei dem sie selbst mit im Boot saßen. Was für eine heimische Gaudi für die Einer-Athleten.

Der Breitensportachter beim warm-up. Foto: Uli Hillenbrand

Von Katharina Eppert