Es war ein packendens Finale bei der U 23-Ruder-Europameisterschaft in Duisburg für die Heidelbergerin Lisa Gutfleisch. Vor allem als die Italienerinnen bei der 1000-Meter-Marke neben Lisa und ihrer Partnerin an der Backbord-Seite auftauchten. „Wir haben einfach nur ,gebissen’, als die Italiener an uns vorbeizogen. Jetzt durfte niemand mehr vor“, so Lisa, die gemeinsam mit Marie-Sophie Zeidler im Doppelzweier saß und erfolgreich „blechen“ konnte – es gab Bronze.

„Ich bin total zufrieden“, sagt Lisa, denn sie konnten ihre Position drei bis ins 2000-Meter-Ziel halten – auch wenn die Griechinnen ihnen am Schluss dicht auf den Fersen waren. Doch mit einem starken Endspurt verteidigten sie ihre Bronzemedaille. Ziel erreicht – in 7:22 Minuten! Schon am Samstag lagen die beiden Athletinnen, die von Ruderlegende Hans-Johann Färber trainiert wurden, auf Kurs, als sie das Vorrennen gewannen. Kein Wunder, dass der von Lisa Gutfleisch geäußerte Medaillenwunsch nun nicht mehr nur ein Luftikus-Gedanke war. Nein. Er wurde greifbar – durch gezielte Arbeit. Doch gleichsam war der 21-Jährigen auch bewusst: „Das Vorrennen hat noch gar nichts zu heißen. Man darf sich da nicht auf seiner Position ausruhen oder gar andere Ruderer unterschätzen.“ So auch nicht die Rumänen. Denn diese setzten sich im Finale gleich zu Beginn an die Spitze. Nach 500 lag das Duo Zeidler/Gutfleisch 1,5 Sekunden hinter den Führenden auf Platz zwei zurück. Bis zur 1000-Meter-Marke hatte das Boot aus Rumänien den Vorsprung auf knapp fünf Bootslängen ausgebaut. „Wir wussten, dass es unrealistisch ist, sich auf den Sprint mit den Rumänen einzulassen. So setzten wir gezielt Spurts ein, zum Beispiel am Schluss.“

Marie-Sophie Zeidler auf Schlag, Lisa Gutfleisch auf Bug. Foto: Deutscher Ruderverband

Lisa, sichtlich glücklich nach dem Rennen, ging gestern noch mit ein paar „Kollegen“ aus dem deutschen Ruderkader in Dortmund feiern, bevor sie heute wieder in ihrer Heimat Heidelberg eintrifft. Und unsere Klubmitglieder sind natürlich stolz auf ihre Lisa und bereiten einen entsprechenden Empfang für sie vor. Thomas Palm, Vizepräsident Sport, freut sich bereits: “Lisa und Marie Sophie haben sich ihr Rennen hervorragend eingeteilt, sind nicht zu defensiv gestartet und haben von Anfang an ihren Anspruch auf eine Medaille der starken Konkurrenz klar gemacht. Ich bin sehr stolz auf die Leistung von Lisa und freue mich sehr über die positive Entwicklung der letzten Jahre.” Auch Lisa freut sich – und zwar auf die temporäre Ruderfrei(e)zeit. Denn diese beinhaltet ausschlafen und Pony Neisti streicheln.

Erfolg gab es übrigens auch für die anderen Athletinnen und Athleten aus dem Deutschen Ruderverband: Sie holten bei der EM 15 Medaillen – davon 4 x Gold, 5 x Silber und 6 x Bronze.

Von Katharina Eppert