Die 19-jährige Ruderin vom Heidelberger Ruderklub 1872 e.V. erkämpfte sich bei der U23 Weltmeisterschaft in Florida den vierten Platz im Seniorinnen Doppelzweier.

Sarasota/Heidelberg. Bereits zum dritten Mal in Folge vertrat Lisa Gutfleisch aus Heidelberg den Deutschen Ruderverband bei einer Weltmeisterschaft. Nach zwei erfolgreichen Jahren im Einer war die Studentin, die sonst in den USA studiert und trainiert, nach einem zweiten Platz im Seniorinnen Doppelzweier bei den Deutschen U23 Meisterschaften im Juni von Bundestrainerin Brigitte Biehlig für diese Bootsklasse nominiert worden. Es folgten vier Wochen intensive Vorbereitung in Ratzeburg, Schleswig-Holstein, zusammen mit ihrer Zweierpartnerin Nora Peuser (Ruder-Union Arkona Berlin 1879 e.V.), bevor es dann mit dem gesamten deutschen Team nach Sarasota, Florida (USA) ging.

Insgesamt nahmen knapp 700 Sportler aus 53 Nationen bei diesem U23-Saisonhöhepunkt teil. Das waren deutlich weniger als in den Vorjahren, was wohl der (für die meisten Nationen) weiten und kostenintensiven Anreise geschuldet ist. Die Mannschaft des Deutschen Ruderverbandes ruderte insgesamt zu neun Medaillen und ist damit drittstärkste Nation der U23-WM.

Nora Peuser und Lisa starteten mit einem unerwarteten Vorlaufsieg gut in den Wettkampf. Trotz extremer Wetterbedingungen konnte das Duo seine Stärke zeigen und brachte sich damit in eine gute Ausgangslage für das Finale. Dort zeigte das Rennen des Frauen-Doppelzweiers anfangs ein enges Feld. Kurzzeitig kamen Nora Peuser und Lisa Gutfleisch ein winziges Stück nach vorne. Griechenland übernahm eindrucksvoll die Initiative, der australische Doppelzweier konnte sich auf dem zweiten Platz etablieren und hinter Ungarn folgte Deutschland auf Platz vier. Bei der Streckenhälfte war die Medaille keine Bootslänge entfernt, doch der Abstand wurde größer. An der Reihenfolge aller Boote änderte sich in den letzten 1000 m nichts mehr. Als Vierte hat das deutsche Duo die Medaille nur knapp verpasst. „Wir haben heute alles gezeigt was in uns steckt und wirklich alles gegeben, aber die anderen Crews waren einfach stärker. Nach einer sehr durchwachsenen Saison ist das ein toller Abschluss mit dem wir sehr zufrieden sind!“ äußerte sich Lisa nach dem Rennen.

Der DRV-Vorsitzende Siegfried Kaidel hat alle WM-Rennen vor Ort mitverfolgt und zeigt sich zufrieden mit dem deutschen Abschneiden. „Mit insgesamt 9 Medaillen, 2x Gold, 5x Silber und 2x Bronze und dem 3. Rang in der Nationenwertung war das eine gute WM. Schade waren die knappen 4. Plätze, aber die Sportler haben super gekämpft. Herzlichen Glückwunsch an alle Athletinnen und Athleten. Das unbeständige Wetter während des gesamten Wettkampfes war schon nervenaufreibend für die Sportlerinnen und Sportler, aber alle haben das gut weggesteckt.“

Der Heidelberger Ruderklub empfing seine WM Teilnehmerin mit Sekt und einem BBQ Abend am Bootshaus, bei dem alle gespannt den Erzählungen von Lisa lauschten. Noch bis zum 10. August kann sie den deutschen Sommer genießen, dann geht es zurück in die USA. Ihr Studium setzt sie an der University of Texas at Austin fort, wo sie auch wieder ins Ruderboots steigen wird.