Nur noch 80 Minuten trennen den Heidelberger Ruderklub vom 9. Finaleinzug in Folge, wenn die Mannen um Kapitän Kehoma Brenner am Samstag um 15 Uhr dem Tabellenzweiten aus der 1. Bundesliga Nord/Ost, den SC Germania List, am Harbigweg gegenüberstehen werden.

Der Gegner ist für den Ruderklub dabei kein Unbekannter, stand man sich doch bereits im vergangenen Jahr im Halbfinale gegenüber. Das damalige Resultat von 104:12 wird am kommenden Samstag wohl auch für die größten Optimisten in den Reihen des Klubs eine Utopie sein, sind die Vorzeichen im Vergleich zum Vorjahr doch ganz andere.

Von der letztjährigen Übermannschaft des Klubs, die alle Spiele in der regulären Spielzeit unangefochten gewinnen konnte, war diese Saison nur noch wenig übrig. Die Abgänge zahlreicher Schlüsselspieler sowie eine unglaubliche Verletztenmisere ließen den Kader des HRK vor allem in der Hinrunde an seine Grenzen stoßen. Doch dank einer überragenden Rückrunde ist der Ruderklub wieder zurück im Titelkampf und in glänzender Form – wäre da nicht das stetig wachsende HRK-Lazarett. Die neuesten Mitglieder dieser Spielergruppe sind Nikita Ovchinnikov (Knöchelbruch), Jarrid Els (Fußverletzung) und Ray Parkinson (Nacken), die sich allesamt im Rahmen des Titans Programms in einem Vollkontakttraining, dessen Sinnhaftigkeit in der jetzigen Phase der Saison durchaus in Frage gestellt werden kann, am vergangenen Dienstag verletzt haben. Während Ovchinnikov und Els sicher ausfallen, entscheidet sich der Einsatz von Parkinson erst am Spieltag. Darüber hinaus fallen mit Jonas Malaizier (Knöchel), Robert Hittel (Prüfungen), Benedikt Rehm (Flitterwochen), Sebastian Ferreira (Knie) und Felix Lammers (Zerrung) vier weitere Stammspieler definitiv aus und auch die Einsätze von Thore Schmidt (Schulter) und Andreas Götz (leichte Gehirnerschütterung) steht noch in den Sternen. Die Sperre der 7er Nationalspieler Liebig und Buckman lässt die Liste der Ausfälle auf mindestens 9 Spieler anwachsen.

Da kommt die Rückkehr der Rot-Sünder Kehoma Brenner und Jörn Schröder gerade recht, die dem Sturm des Klubs noch mehr Feuerkraft verleihen werden und den ein oder anderen etatmäßigen Stürmer in die Hintermannschaft rücken lassen könnten. Dort stehen mit den freigestellten 7er Nationalspielern Harris Aounallah und Niklas Hohl immerhin zwei vielseitig einsetzbare Hintermannschaftsspieler wieder im Aufgebot. Entsprechend kämpferisch zeigt sich Pieter Jordaan, der jedoch eindringlich warnt den Gegner zu unterschätzen: „Wir konzentrieren uns einzig und allein auf das Halbfinale. Was danach kommt interessiert uns aktuell nicht. Germania hat eine gute Runde im Norden gespielt und wird alles dafür tun, um uns die Saison zu versauen. Wir wissen auf was wir uns einstellen müssen, sind aber erfahren genug um mit der Situation umgehen zu können. Wenn wir an unsere Leistungen aus den letzten Spielen anknüpfen, werden wir auch ins Finale einziehen – vollkommen egal, wer am Samstag für uns auflaufen kann.“