Bei der Deutschen Meisterschaft im 30min Ergorudern am 04.03.2017 in Starnberg sicherte sich die HRK Masters Ruderin Gisela Makowski den Titel mit Rekordweite von 7.068m in ihrer AK Lgw 55-59 Jahren. Eine super Leistung, die sich auch daran zeigt, dass sie von allen weiblichen Lgw Teilnehmerinnen aller Altersklassen das zweitbeste Ergebnis erzielte
– 20m hinter der Erstplatzierten (Jhg. 1998).

Gisela über ihr erstes Ergoruder-Rennen:

Augen zu und durch!

Die Male, die ich auf dem Ergo trainiert habe, kann ich an zwei Händen abzählen – ich bin einfach lieber auf dem Wasser. Eine Woche vor dem Wettkampf habe ich eine Ergo-Generalprobe gemacht und hatte 7.015m in 30min geschafft. Das wollte ich möglichst wiederholen, wusste ich doch anhand der Ergebnislisten der letzten Jahre, dass das für einen Sieg reichen würde – dass es dann sogar ein paar Meter mehr waren hat mich natürlich riesig gefreut.

Sobald es das Wetter zulässt geht Gisela wieder raus aufs Wasser

Als Mountainbikerin bin ich fünf Jahre lang erfolgreich Langstreckenrennen gefahren und holte viermal den Marathon Masters EM-Titel. Das sind natürlich gute Voraussetzungen für den Quereinstieg ins Rudern. Meine Rennerfahrung hat mir auch bei der für mich ungewohnt kurzen Wettkampfzeit von 30min geholfen. Eigentlich kenne ich nur Langstreckenrennen, die mindestens 4-7 Stunden dauern oder eben Rundenrennen mit 12 oder 24 Stunden Renndauer. Dennoch ist der Rennverlauf der gleiche – z.B. darf man weder beim 30min Ergorudern noch beim MTB 12h Rennen folgenden Fehler machen: sich am Anfang zu sehr zurückzunehmen – denn das holt man nie mehr auf, sobald der Körper anfängt unweigerlich zu ermüden. Sofort Vollgas geben ist die Devise, aber zugleich darf man sich auch nicht „blau fahren“ wie die Mountainbiker sagen. Den eigenen Rhythmus zu finden ist wichtig, deshalb habe ich auch während des ganzen Rennens die Augen zugemacht – ich wollte nicht das Display sehen, sondern fühlen, was der Körper hergibt – darauf kann ich mich mit meiner Rennerfahrung viel besser verlassen.
Schlusssprint muss natürlich auch noch drin sein – das hab ich bei den 30min in den letzten beiden Minuten oder so dann auch noch geschafft (ab und zu hab ich natürlich kurz geblinzelt, um zu sehen wieviel Minuten es noch sind). Dass ich es wohl ziemlich gut getroffen hab (von zu zuwenig Training mal abgesehen) hat sich mir darin gezeigt, dass ich nach dem Rennen absolut und völlig im Eimer war und erstmal zwei Minuten auf dem Ergo sitzen bleiben musste bevor ich überhaupt wieder aufstehen konnte – das kenne ich so heftig nicht von den MTB-Langstreckenrennen … nur den Klassiker nach dem Rennen – der ist wieder derselbe: „Das mache ich nieeeee wieder! Nieeee wieder quäl ich mich so ab!“ Und was ist? Am nächsten Wochenende steht man wieder grinsend am Start als wär nix gewesen …