In mittlerweile schon guter Tradition hat die Interessensgemeinschaft rudernder Mitarbeiter von HeidelbergCement (HC) beim HRK, kurz IRMA, auch diese Jahr wieder eine tolle Wanderfahrt erlebt. Diesmal ging es mit 8-10 Ruderern auf den Main. Nachdem vor einigen Jahren der Main schon „oberhalb“ Würzburgs berudert wurde, wurde es diesmal eine knapp 100km lange Strecke von Würzburg nach Wertheim. Drei Tage nahm man sich Zeit, um das Maintal auf diesem Abschnitt zu erkunden.

Nach der Anreise der ersten 8 Ruderer am Donnerstag und dem Abladen der beiden Vierer in Würzburg, traf man sich in den ehrwürdigen Gemäuern der Burg Rothenfels, herrlich oberhalb des Mains gelegen und mittlerweile Jugendherberge und Tagungshaus. Im Burggasthof gab es nach Anmeldung durch den Burgvogt noch ein leckeres fränkisches Mahl, das alle genossen. Dann ging es auf die Stuben und alle freuten sich auf den ersten Rudertag. Am nächsten Morgen fällt auf, dass man sich mit der Tagungspauschale die Luxusversion der Verpflegung in der Jugendherberge gegönnt hat: Ein ganzer Rittersaal voller blank geputzter Tische wird von Jungs und Mädchen bevölkert, nur die IRMA frühstückt elegant mit weißer Tischdecke. Man gönnt sich ja sonst nichts!

Glück mit dem Wetter und den Schleusenzeiten. Das gehört auch dazu, wenn man sich eine erste Etappe Mainwandern von Würzburg bis ins malerisch an der Mündung der fränkischen Saale in den Main gelegene Gemünden gönnt. Unter anderem am Zementwerk der Konkurrenz von HC in Karlstadt vorbei wird eine ordentliche Strecke von 43 km gerudert. Es wird nur etwas knapp mit dem für 19.00h bestellten Abendessen: Hat einer im Team doch seinen Zimmerschlüssel am Startpunkt der Etappe gelassen. Aber so werden sogar die Autos noch vor dem Abendessen umgeparkt, bevor man den Tag im Schlosshof ausklingen lässt.

Am Samstag geht es dann mit einem Mann mehr in den zwei Booten von Gemünden bis nach Marktheidenfeld. Es wird ruhiger auf dem Main. Die lauten Güterzüge, die tags zuvor noch im kurzen Rhythmus für geräuschvolle Untermalung der Wasserarbeit sorgten, verlassen nach Lohr am Main das Maintal. Nur noch ein leerer Platz in den zwei Booten lässt die Ruderer gut vorankommen und bis Marktheidenfeld ist man wie gewohnt zügig und zielstrebig unterwegs. Die Strecke ist etwas kürzer, sodass es keinerlei Hektik vor dem Abendessen in der Burgfeste Rothenfels gibt. Danach geht es noch den steilen Pfad hinab in den kleinen malerischen Mainort Rothenfels. Der Tipp für einen Absacker, der „Rote Ochse“, ist um diese Zeit samstags leider geschlossen. Die alternative Weinstube mit Blick vom Balkon auf den Main bietet ein „interessantes“ Ambiente, das die Ruderer nicht so schnell vergessen werden. Aber der Wein ist lecker. Das Gläschen Frankenwein in Ehren genießen sie gerne, um sich dann für die letzte Nacht vor der Abschlussetappe auf die Burg zurück zu ziehen.

Und am Sonntag sind dann beide Boote voll besetzt. Ein Rudergast und Kollege der Ruderer aus dem eigenen Zementwerk in Lengfurt, das auf dieser Etappe passiert wird, füllt kraftvoll den letzten leeren Platz. Es ist die malerischste Etappe, der Main wird enger und kurviger. Man kann den Ausklang genießen. Nur der Lastschiffverkehr ist durchaus rege und ein lang gezogener Sprint des etwas hinter her hängenden zweiten Vierers vor der Schleuse Wertheim holt noch einmal alles aus den Ruderern heraus. So können sie aber eine längere Wartezeit vermeiden und freuen sich nach den letzten Kilometern in Wertheim, dass wieder drei erlebnisreiche, anstrengende, aber wie immer herrlich erholsame Rudertage den Aufwand mehr als gelohnt haben. Und es geht ebenfalls, wie mittlerweile gewohnt, schon kurz darauf darum, wo man denn im nächsten Jahr Wanderrudern sollte…

Auch nach der Sommerpause war die IRMA weiter aktiv:

Bei der Wiederauferstehung des Heidelberger Stadtachters nach einem 25jährigen Dornröschenschlaf sollte es auch einen Leistungstest der Breitensportruderer von HRK und RGH geben. Anders als der schon seit Wochen eingefahrene Achter von der Bergheimer Seite stand beim HRK-Breitensportachter die Spontaneität im Vordergrund: So wurde die endgültige Besetzung, an der dann auch die IRMA mit Steuerfrau und drei Ruderern beteiligt war, erst unmittelbar vor dem Ablegen festgelegt. Trotz der natürlich fehlenden Abstimmung der Ruderer wurde es ein spannendes Rennen, das erst kurz vor Schluss knapp zugunsten der RGH entschieden wurde. Für das nächste Jahr ist somit noch Luft nach oben und die IRMA wird sicherlich ihren Anteil beitragen, damit möglichst ein Erfolg herausspringt und der dann neu gestiftete Pokal sein Ziel auf der Neuenheimer Seite findet.

Anfang Oktober schließlich beteiligte sich die IRMA erstmals an der internen Regatta des HRK mit immerhin fünf Ruderern. Bei leicht regnerischem Wetter wurden Breitensportrennen im gesteuerten Vierer und Achter ausgefahren. Da man sich auf alle Boote verteilen konnte, war die IRMA an diesem Tag immer auf allen Podestplätzen mit vertreten, so dass alle nach der verdienten Stärkung mit Bier und Kuchen zufrieden mit neuen HRK-Siegerhandtüchern nach Hause gehen konnten. Im Vordergrund stand aber bei allen IRMAs der Spaß und der Austausch auch mit den anderen Breitensportruderern im HRK. Es bleibt zu hoffen, dass im kommenden Jahr das Wetter bei der internen Regatta besser mitspielt und dann auch die Beteiligung wieder etwas größer ist.

Norbert Boese & Heiner Rohr