Die Herausforderung: Die Skulls richtig eintauchen, kräftig durchziehen – und aufs Gleichgewicht achten! Im Wasser landet man schnell …

Die Kandidatin:

Name: Manuela Rid

Schwimmabzeichen: vorhanden!

Eignung: Wasseraffin – aber wer sich gut im Ruderboot halten kann, muss ja nicht mal schwimmen können 🙂

Die Location: Der Neckar. Direkt vor dem Bootshaus des Heidelberger Ruderklubs

Die Olympischen Spiele stehen an. Und der Deutschland-Achter ist auch dieses Mal eine der großen Hoffnungen auf Edelmetall. Was man können muss, wie so ein Rudertraining abläuft und was die größte Schwierigkeit bei diesem Sport ist, hat SWR3-Redakteurin Manuela Rid für uns getestet

Baden-Baden. 15.30 Uhr. Platzregen. Eigentlich wollen wir in einer halben Stunde los nach Heidelberg, zur Trainingsstunde auf dem Neckar beim Heidelberger Ruderklub. Manu ist skeptisch. »Haut das hin?«. Aber dann folgt die SMS von Lucas Gropengießer, Sportler in der Leistungsgruppe des HRK: »Bei uns scheint die Sonne, wir freuen uns auf euch!« Und an dieser Stelle müssen wir das wunderschöne Heidelberg beschreiben: glitzerndes Neckarwasser, saftig grüne Wiesen am Rand, am Königsstuhl thront das Schloss, auf dem Wasser Boote, Kanus, Stand-up-Paddler … Hach … Okay, genug der Heimatromantik. Im Bootshaus des HRK reiht sich Sportboot an Sportboot, Lucas erklärt: »Es gibt Rennboote und Gig-Boote. Die Rennboote sind leicht und schnell, diese sieht man bei den Wettkampfrennen. Gig-Boote sind eher für den Breitensport gemacht, sie sind schwerer, breiter und bieten deshalb mehr Kippsicherheit. Das ist gerade für Anfänger gut geeignet.«

Copyright: SWR/StephanieSchweigert

Aber bevor es aufs Wasser geht, übt Manu die Grundbewegungen am Ruderergometer. »Du fängst in der ›Auslage‹ an, die Arme sind nach vorn gestreckt, die Beine gebeugt. Dann streckst du zuerst die Beine durch und ziehst dann die Arme an. Und bei der rückwärtigen Bewegung genau umgekehrt.« Manu ist konzentriert bei der Sache: »Gerade geht’s noch mit der Anstrengung. Ich muss mich voll auf die Bewegung fokussieren!« Nach ein wenig Vorbereitung tragen wir den Ergometer runter an den Neckarsteg. Direkt ans sonnenglitzernde Wasser mit den vielen Booten und dem schönen Panorama … Neben uns sitzen zwei weitere Sportler auf dem Ergo und sind am Schwitzen. Lucas erzählt: »Unsere Einheiten finden entweder auf dem Ergometer oder auf dem Wasser statt. Gerade im Winter sind wir eher auf dem Ergo. 90 Minuten zum Teil, sauanstrengend. Diese Trainings sind nicht so beliebt.« Manu muss eine Belastungsstrecke auf dem Gerät fahren, 500 Meter volle Pulle! Dann, endlich, geht’s aufs Wasser. Eine wackelige Angelegenheit, in das Boot reinzukommen. »Beim Ein- und Aussteigen kentert man am häufigsten«, grinst  uns Lucas an. Na toll! Manu schaut etwas kritisch. Zusammen mit Lucas lernt sie das richtige Führen der Ruder, die Skulls genannt werden. »Man muss total viel aus dem Handgelenk arbeiten. Sehr ungewohnt!« Nach den ersten wackeligen Schlägen wird es aber runder. »Ich muss mich auf jeden Schlag konzentrieren. Sobald man ein Skull falsch eintaucht, gerät das Boot total ins Schwanken.« Neben uns zieht der Männer-Achter der Sportgruppe vorbei. Gibt es dabei einen, der die Schlagzahl angibt, wie der Trommler im Drachenboot? »Beim Rudern macht das derjenige, der vorne sitzt, der sogenannte Schlagmann.

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Beim Achter sitzt noch eine Person mit Blick nach vorn im Boot, der Steuermann. Er steuert und gibt Kommandos. Der Schlagmann aber bestimmt den Rhythmus.« Das Team hat sich eingespielt, Manu und Lucas werden schneller. Und dann sind wir schon wieder am Steg. Das Aussteigen klappt – mit leichtem Schwanken, aber ohne Kentern! Manu ist begeistert: »Das ist zwar anstrengend, aber ich hatte total viel Spaß. Der Sport ist richtig toll! Danke für diesen lehrreichen und supersonnigen Tag.« Pünktlich zur Abreise zurück nach Baden-Baden fallen die ersten Regentropfen. Perfektes Timing!

Fotos: SWR/Stephanie Schweigert

Text: SWR3ClubMagazin/Anja Rambacher

Im Rahmen des „Härtetest“ testen SWR3 Moderatoren außergewöhnliche oder unbekannte Sportarten. Dabei war die Wahl dieses Mal auf Rudern gefallen und so besuchten uns im Sommer SWR3 Moderatorin Manuela Rid und Anja Rambacher vom SWR3 Clubmagazin im HRK. Jan Scholl und Lucas Gropengießer versuchten Manuela Rid innerhalb von zwei Stunden die Ruderbasics beizubringen und ihr einen Eindruck zu geben, was unsere Sportart so einzigartig macht. Der Artikel wurde im SWR3 Clubmagazin veröffentlich.