HRK nimmt Titelverteidigung ins Visier

Der amtierende Deutsche Meister Heidelberger Ruderklub bestreitet nach einer weiteren dominanten Saison, die der Klub als Tabellenerster der 1. Bundesliga Süd/West abschließen konnte und nach dem 118:0 Halbfinalsieg über den SC Germania List sein mittlerweile 10. DM-Finale in Folge. Somit steht der Klub seit 2009 ununterbrochen im Finale und konnte diese, mit Ausnahme der Jahre 2009 und 2016, insgesamt sieben Mal für sich entscheiden.

Für den Heidelberger Ruderklub wäre ein Finalsieg über den Straßennachbarn von der RG Heidelberg der erfolgreiche Abschluss einer überragenden Saison. Nachdem der HRK die Hinrunde mit 7 Bonuspunktsiegen aus 7 Spielen abschloss, gestalte sich die Rückrunde für den Deutschen Meister zu einem wahren Rugby-Marathon und zu einem Test der Kadertiefe. Aufgrund zahlreicher Spielverlegungen, die nahezu alle den erfolgreichen Europapokalauftritten des Klubs geschuldet waren, musste der HRK zwischen Ende März und Anfang Mai 10 Spiele in rund 5 Wochen absolvieren. Doch trotz dieser Spieleserie, die der Klub teilweise mit einer nur punktuell verstärkten 2. Mannschaft bestreiten musste, konnte der HRK auch in der Rückrunde mit guten Leistungen überzeugen. Einzig gegen den Vorjahresfinalisten vom TV Pforzheim, gegen den der HRK drei Tage vor dem Entscheidenden Rückspiel um die Challenge Cup Qualifikation antreten musste und dementsprechend die komplette Stammformation schonte, musste man eine Niederlage einstecken.

Leichte Personalsorgen vor Heidelberger Finalderby

Während man seit dem Finale 2013 jedes Jahr gegen den TV Pforzheim den Titel unter sich ausmachte, wartet auf den HRK in dieser Saison der spielstarke Nachbar von der RG Heidelberg auf den Klub. Gespickt mit zahlreichen 7er Nationalspielern wird die RGH dem HRK eine anderen Fight bieten als noch in der regulären Bundesligarunde, als der HRK jeweils deutlich mit 97:3 und 76:3 gegen einen stark ersatzgeschwächten Gegner gewinnen konnte.

Am Ende einer langen Saison häuften sich zuletzt jedoch die Verletzungen in den Reihen Klubs, die vor allem der großen Belastung in den letzten Wochen geschuldet sind. So werden mit Samy Füchsel (Meniskus), Dasch Barber (Adduktoren), Jarrid Els (Oberschenkel) und Niklas Hohl (Adduktoren) gleich vier ganz wichtige Akteure im Finalkader fehlen. Die Nachwuchsspieler Jonas Malaizier und Nicholas Wymer werden darüber hinaus verletzungsbedingt ebenfalls nicht im Kader stehen. Dagegen kehren mit Jacobus Otto und Raynor Parkinson gleich zwei Führungsspieler im Vergleich zum Halbfinale zurück in den Kader. Vor allem die Rückkehr des Präzisionsschützen Parkinson ist von großer Bedeutung, wird es doch im Finale auf jeden Punkt ankommen.

Jordaan zeigt sich zuversichtlich – Brenner und Hittel vor Karriereende

„Wir haben uns diese Woche mit drei Trainingseinheiten gut auf unseren Finalgegner eingestellt. Wir wissen was uns die RGH mit ihren schnellen und technisch versierten 7er Spielern entgegenbringen wird und müssen deshalb von Beginn an hellwach sein. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir an unsere starken letzten Leistungen anknüpfen und den Titel verteidigen werden. Nach der Finalniederlage 2016 sind wir aber gewarnt, denn dort wurde uns schmerzlich aufgezeigt, dass eine schlechte Leistung bereits ausreicht um eine ansonsten optimale Saison kaputt zu machen“ so Pieter Jordaan am Rande des Abschlusstraining.

Ihr letztes Bundesligaspiel werden mit dem langjährigen Kapitän Kehoma Brenner und Robert Hittel zudem gleich zwei prägende Klubakteure der letzten Jahre bestreiten. Es bleibt ihnen zu wünschen ihre großartigen Karrieren, in denen beide zusammen mehr als 70 internationale Einsätze für Deutschland absolviert und zahlreiche nationale Titel gesammelt haben, mit einem Titelgewinn beenden zu können.

2018-05-31T09:23:11+00:00