Lisa Gutfleisch hoch überlegen

U19-Ruderin des HRK ist deutsche Meisterin und im Einer für WM nominiert.

München. Nun steht es fest: Lisa ist deutsche Juniorenmeisterin im Einer und damit für die Weltmeisterschaft Anfang August in Traikai nominiert. Vier Tage lang hatten die besten jungen Ruderer Deutschlands in München
auf der traditionsreichen olympischen Regattastrecke von 1972 auf einer Distanz von 2000 Metern um die Titel gekämpft. Tropische Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius machten den Athleten das Leben schwer, denn die Regattastrecke in Oberschleißheim bietet nur wenig Abkühlung.
„Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, freute sich Lisa nach dem siegreichen Finalrennen. 7:44,62 Minuten lang hatte sie für den Sieg gekämpft. Er brachte ihr nicht nur den deutschen Meistertitel, sondern auch
die erträumte Nominierung im Juniorinnen Einer, bei der U19-Weltmeisterschaft in Litauen zu starten. Dabei kam Lisa nicht so gut wie erwartet vom Start los und hatte nach 500 Metern gerade einmal 0,8 Sekunden Vorsprung auf ihre stärkste Konkurrentin, Sophie Leupold vom Pirnaer Ruderverein. Leupold hatte im April die deutsche Rangliste mit deutlichem Abstand vor Lisa angeführt und erruderte den Europameistertitel. Doch das hatte Lisa von ihrem Ziel, in Trakai im Einer zu starten, nicht abgebracht. Ihre einzige Chance:
Der Sieg bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften.
So ließ sie sich in gewohnt ruhiger Manier auch im Finalrennen nicht aus dem Rhythmus bringen. Während ihre Konkurrentinnen mit Zwischenspurts versuchten aufzuschließen, konterte Lisa mit gezielten Druckzehnern und baute ihren Vorsprung Schlag für Schlag aus. Lisa hatte Leupold im Vorlauf siegreich geschlagen und war sich nun sicher, dass ihr dies wieder gelingen könnte. 500 Meter vor dem Ziel erhöhte Lisa – für die Zuschauer kaum sichtbar
– ihren Druck und die Frequenz. Spätestens jetzt war klar: Das wird eine „Goldfahrt“ wie sie im Buche steht. Auf der Ziellinie hatte Lisa ihren Abstand auf über vier Sekunden ausgebaut. Und auch im Juniorinnen- Doppelvierer schaffte es Lisa aufs Siegertreppchen. Zusammen mit Nora Peuser (Arkona Berlin), Klara Thiele (RC Potsdam) und Maren Völz (RRG Mülheim) sicherte sich die erprobte Mannschaft die Silbermedaille, denn schon im Mai erruderten die vier gemeinsam den U19-Vizeeuropameistertitel.

 Bei der Rückkehr am späten Abend überraschte die große HRK-Familie Lisa mit einem Empfang im Bootshaus. So
feierte die neue Meisterin aus vollem Herzen.

2017-07-03T14:42:48+00:00